Geschichte

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Ältestes bekanntes Bild von 1870

Flirsch eine Gemeinde im Laufe der Zeit

Die Tiroler Dorfgemeinde Flirsch liegt auf 1158 m Meereshöhe mitten im Stanzertal zwischen den Lechtaler Kalkalpen im Norden und der Ferwallgruppe im Süden.

Das Stanzertal wurde im Hochmittelalter zwischen 1000 - 1200 n. Chr. besiedelt. Damals wurde in unserem Alpenraum überwiegend rätoromanisch gesprochen. Daher stammen viele Flur- und Ortsnamen aus der rätoromanischen Sprache.Der Name Flirsch soll ebenfalls rätoromanischen Ursprungs sein, und leitet sich von floris – Frühlingsblume ab.

Der Ortsname `Flirsch`ist gewiss auch älter, urkundlich aber 1358 als `flürs`erwähnt. Dem gegenüber scheint der Ortsteil Persir bereits 1275 auf. Nach neuesten wissenschaftlichen Sprachforschungen soll laut MMag. Christian Kollmann, Flirsch aus dem Altindogermanischen flüro` – Überströmt werdendes Gelände abgeleitet sein.

Im Jahre 1385 wird erstmals von einem Priester in Flirsch berichtet. Wann das erste Gotteshaus errichtet wurde ist unbekannt. Die dem Hl.Bartholomäus geweihte Pfarrkirche wurde 1740 – 1751 größtenteils neu errichtet und vergrößert. Die letzte Erweiterung erfolgte 1811 – 1812 unter Johann Josef Senn und Augustin Wolf welche als Baumeister erwähnt werden. Renovierungen wurden 1953, 1972 – 1975, 1978/79 und 2004 durchgeführt. Der neue Friedhof unterhalb der Kirche wurde im Jahre 1976 angelegt. Der ca. 220 Jahre alte Widum wurde in den letzten Jahrhunderten laufend verbessert. Im Jahre 2004 wurde das gesamte Dach neu gedeckt.

Auch wurde die Antoniuskapelle zu Wolfen in den Jahren 2001/02 unter der Organisation von Egon Hauser vom Fundament bis zur Turmspitze saniert und renoviert.

Ebenfalls wurde die Lourdeskapelle unterhalb des Weilers Tanne im Jahre 2003/04 mit vielen freiwilligen Helfern unter der Leitung von Oberschulrat Pfeifer Josef renoviert.

Das Gemeindehaus die so genannte `Villa` wurde in den Jahren 1903 – 1905 gebaut. Es war bis 1964 das Wohnhaus des hiesigen Fabrikbesitzers. Nachdem die seit 1841 bestehende Lodenfabrik verkauft worden war, erwarb die Gemeinde Flirsch das Gebäude mit dem dazugehörigen Grundstück im Jahre 1968. Derzeit ist das Gemeindeamt, die Bücherei und eine Hausmeisterwohnung untergebracht.

Seit dem Jahre 1729 wird in Flirsch Schulunterricht gegeben. Erstmals in einem Bauernhaus auf Protzenegg und im Winter im später abgerissenen Mesnerhaus. Ab 1827 in der heutigen Sennerei und ab 1879 im ehemaligen Schulhaus gegenüber der Kirche und ab Herbst 1963 in der heutigen Volksschule. Der an das Schulhaus angebaute, neue Kindergarten wurde 1996 eingeweiht.

Im Jahre 1813 erging an die Ortschaft Flirsch der behördliche Auftrag eine selbständige Gemeinde zu bilden. Vorher war Flirsch ein Bestandteil der Nachbargemeinde Pettneu und Strengen. Der so genannte Mühlbach bildete die Grenze. Die Selbstständigkeit der Ortschaft Flirsch setzte bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein. 1835 wurde in Flirsch die gewerbliche Tucherzeugung von Alois Draxl aufgenommen und 1841 die Fabrik gebaut. Die Schafwollverarbeitung und Lodenfabrik wurde bis 1964 betrieben. Seither hat die Fabrik mehrmals den Besitzer und den Verwendungszweck gewechselt.

Der Bau der Arlbergbahn in den Jahren 1880 - 1884 hat sicher nicht nur in Flirsch den vorwiegend bäuerlichen Charakter der einzelnen Orte im Stanzertal verändert. Die Eisenbahn hat der Bevölkerung bis heute zahlreiche Arbeitsplätze gebracht.

Die Eröffnung der Arlberg–Schnellstraße und der Arlbergtunnel 1978 förderte die rasche und sichere Zu- und Abfahrt von Gästen aus aller Welt in das Arlberger Schigebiet. Durch den Bau der Schnellstraße hat sich das Verkehrsaufkommen in Flirsch stark reduziert.

Die Nähe des Arlberger Schigebietes hat dem Fremdenverkehr in Flirsch einen raschen und starken Aufschwung gebracht, was man heute durch die vielen gewerblichen Betriebe in unserer Gemeinde ersehen kann. Durch die Zusammenlegung des Tourismusverbandes Stanzertal mit dem Tourismusverband St. Anton im Dezember 2004, kann mit gemeinsamen Marktstrategien noch intensiver geworben und unsere schöne Heimat in der ganzen Welt vermarktet werden.

Geschichte und Bedeutung des Wappens

Verleihung des Wappens am 23. Juli 1974

Beschreibung:
In blauem Hintergrund bilden sechs goldene Krokusse eine gestürzte Spitze.

Das Wappen bezieht sich auf den vordeutschen Namen der Gemeinde, der mit FRÜHLINGSWIESE gedeutet wird. Die Krokusse, die zusammen wiederum die Grundform der Krokusblüte bilden, weisen als kennzeichnendes Merkmal der Frühlingswiese auf diesen Namen hin.

Der Gemeindename Flirsch

Verhältnismäßig früh scheint der Name Flurs in einem Urbar der Starkenberger Herren aus der Zeit zwischen 1350 und 1380 auf. Es heißt hier: "Item aus dem Mairhof an flursperg han ich alle jar..." Aus dem Jahre 1358 liegt im Landesarchiv ebenfalls eine Aufschreibung im Zusammenhang eines geschlichteten Streites mit einem Starkenberger Grunderrn vor. Da in diesem Fall das Jahr der Handlung bekannt ist, wird in Schriften über Frühnennungen von Gemeinden (früher: Zehenten) stets auf dieses urkundliche Schreiben verwiesen. Ebenfalls findet sich der Name in der jüngst wieder aufgefundenen Schrift zur Stiftung eines eigenen Priesters in Pettneu a. A., wos es im Jahre 1385 heißt: "... und Jn (den Pettneuern) gar unfüeglich und swer were, daz ain Priester vin sand Jacob an dem Arl und von sand Bartholome ze Flürns Si besunge ..." Im weiteren Zeit der Weihebrief eines Seitenaltares in der Flirscher Kirche aus dem Jahre 1482 die nunmehrige Schreibweise "flürß".
Der Gemeindename ist sicher rätoromanisch; aber während einige ihn von "vallura" = im Tal oder bei den Talleuten ableiten, neigt man gegenwärtig der Version con Prof. Finsterwalder zu, der den Ortsnamen von "flore" = Blume, sinngemäß auch erster Graswuchs oder Frühjahrsweide, herleitet.

Weitere Schreibweisen sind:

1429 Flürsch Starkenberger Urbar 1600 Flürsch Verleihbrief
1450 Flurs Landecker Urbar 1702 Flirs Testament
1502 Flurs Starkenberger Urbar 1780 Flürs Pfarrmatriken
1516 Flewrs kirchliche Schrift 1802 Flirsch Teilung der Bergmähder
1551 Fleurß Pflegsgericht Landeck 1840 Fliersch Gemeindeakten
1583 Flurs Wiesberger Urbar 1850 und seither nur mehr Flirsch

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